Ursächlich war eine Kombination aus ungünstigen Prozessbedingungen und konstruktiven Schwächen. Hochkonzentrierte Schwefelsäure (> 98 %, ca. 200 °C) kondensierte in nicht dafür vorgesehenen Bereichen und führte innerhalb kürzester Zeit zu starken Korrosionserscheinungen.
Nach mehreren Videokonferenzen und technischen Abstimmungen – gestützt auf Erfahrungen aus vergleichbaren OMV Projekten – fiel Mitte November die Entscheidung:
Die betroffenen Kanäle müssen mit PFA Folien ausgekleidet werden, um den sicheren Betrieb der Anlage zu gewährleisten.
Früh war klar, dass dieses Vorhaben nur mit einem sehr erfahrenen PFA Verarbeiter realisierbar ist. Daher wurde der langjährige Partner INWA AG, Spezialist für hochkritische PFA Anlagenkomponenten, von Beginn an eingebunden.
Zwei Monate, maximale Herausforderung
Für die Sanierung stand ein Stillstandsfenster von lediglich zwei Monaten zur Verfügung. In diesem Zeitraum mussten rund 650 m² Stahlkanaloberfläche saniert und mittels PFA Fixpunktauskleidung ausgekleidet werden.
Bei dieser Methode wird die PFA Folie mechanisch über Schraubverbindungen an der Stahloberfläche fixiert. Jeder Befestigungspunkt wird anschließend mit einer von AGRU hergestellten PFA Abdeckkappe dicht verschweißt – insgesamt über 6.000 Kappen und rund 165 kg PFA Schweißdraht.
Bereits in Europa wäre dieses Projekt anspruchsvoll gewesen – in Brasilien wurde es zusätzlich erschwert: Vor Ort fehlten sowohl geschulte PFA Schweißer als auch das notwendige Equipment.
Internationale Zusammenarbeit als Lösung
Die Lösung war eine kurzfristig aufgebaute Kooperation zwischen INWA, dem lokalen Partner Glastec und AGRU.
Sämtliche PFA Komponenten sowie das notwendige Schweißequipment wurden per Luftfracht nach Brasilien transportiert. INWA war mit 25–30 Schweißern aus Österreich und der Schweiz im Einsatz.
Die Montagearbeiten erfolgten vom 10. Dezember bis 22. Jänner. Trotz intensiver Abstimmungen und mehrerer Krisengespräche konnten die Arbeiten nahezu in letzter Sekunde abgeschlossen und die Anlage wieder in Betrieb genommen werden.
Teamwork auf internationalem Niveau
Rückblickend war es ein äußerst intensives Projekt, das nur durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten realisiert werden konnte.
Aktuell wurden die kritischsten Bereiche der Anlage saniert – weitere Maßnahmen werden folgen. Bereits jetzt plant Petrobras eine zusätzliche Schwefelsäureanlage, bei der der bevorzugte Anlagenbauer KVT aus Österreich involviert ist. Die Chancen auf weitere PFA Folien und PPS EL Projekte stehen somit gut.
Schnelle Lösungen bis zur letzten Minute
Im finalen Projektstadium stellte sich heraus, dass zu wenige PFA Kappen bestellt worden waren. Kurzerhand organisierte der Handelspartner KVG einen Kurier, der die fehlenden Kappen persönlich im Handgepäck nach Brasilien brachte.
So konnten die letzten Schweißnähte fristgerecht abgeschlossen werden.
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